Eröffnungsrede zur Ausstellungseröffnung Michael Kain. Neue Arbeiten"  

am 9. Dezember 2003 in der galerie parterre, Berlin

Johannes Jansen für Michael Kain

Ein Querschnitt durch fruchtbaren Boden zum Beispiel. Reste von Tieren, die die Substanz anreichern. Auf der zugewucherten Fläche die Gestaltung eines Gebildes aus Blumenblatt, Insekt oder Sperrmüll – ein langwieriger Vorgang. Das Einfache, anstrengend und dauerhaft. Narben, die die Arbeit hinterläßt, nicht nur auf dem Boden des Bildes. Immer wieder über den Grund bis in die Details. Wann ist das Einfache einfach genug. Beiläufig, unscheinbar soll es sein, kaum zu erkennen unter den vielen Schichten, die der Zeit entrissen sind. Der Versuch, mit großem Aufwand etwas Zufälliges zu erzeugen. Wie Wasserflecken in der Ecke des Ateliers. Der Verfall, der durch die Wand kommt. So hält das Auge die malende Hand im Bann organischer Regung. Langsam und kein Dekor. Nur manchmal ein Kürzel, fast wie mit Schmerz in den Boden gedrückt, ein Ausfall nach Stunden der Betrachtung.

Oktober 2003 

( © Alle Rechte an dieser Rede liegen bei Johannes Jansen.)

 

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